Deutsche Meisterschaft auf der Kurzbahn

Berlin ist immer eine Reise wert …

insbesondere als Teilnehmer an den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften!

Vom 13. – 16. Dezember 2018 trafen sich 471 Athleten aus 153 Vereinen aus dem gesamten Bundesgebiet einmal mehr in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europapark (kurz SSE) zum Titelstreit um die Deutsche Meisterschaft auf der Kurzbahn. Nach mehrjähriger Abstinenz waren in diesem Jahr auch wieder Schwimmer des SC Delphin Ingolstadts am Start und bewiesen, dass man insbesondere im Team in der Lage ist, der erweiterten deutschen Spitze die Stirn zu bieten.Grundsätzlich stellt die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften für die meisten Schwimmer schon eine gewaltige Hürde dar, finden doch grundsätzlich nur die TOP100 der deutschen Rangliste Berücksichtigung. Doch als wäre dies nicht schon schwierig genug, forderte der DSV in diesem Jahr zusätzlich noch den Leistungsnachweis expliziter Normzeiten. Dies führte letztendlich dazu, dass in einzelnen Disziplinen und Strecken nicht einmal 50 Sportlerinnen und Sportler die Qualifikation im Vorfeld der Meisterschaften gelang. Umso erstaunlicher, dass dies (wenn auch teilweise nur im Team) gleich
8 Ingolstädter Schwimmerinnen und Schwimmern geglückt war.

So zum Beispiel Leonie Mathe (Jahrgang 1996), die dank der Qualifikation über die kurzen 50- und 100 Meter-Strecken in ihren beiden Paradedisziplinen Brust und Freistil gleich vier Einzelstarts absolvieren durfte. Besonders erfolgreich war sie hierbei auf der kürzesten Bruststrecke; hier gelang ihr mit 0:32,87 sogar der Sprung ins B-Finale. Nach fulminantem Start auf den ersten Metern verlor sie auf der zweiten Bahn den Rhythmus, konnte ihre Zeit aus dem Vorlauf leider nicht mehr toppen und musste sich schlussendlich mit einem immer noch tollen 16. Platz in der offenen Klasse zufrieden geben.Mit Andreas Rein und Christoph Mooser durften noch zwei weitere Delphine mehrere Einzelstarts absolvieren, wenngleich den beiden 19-jährigen hier die etwas leichteren Normzeiten der Juniorenwertung (weiblich 1999/2000, männlich 1998/1999) sicherlich entgegenkamen. Für den Sprinter „Reini“ ging es über 50 Meter Schmetterling, sowie 50 und 100 Meter Freistil an den Start, die er trotz einigem Trainingsrückstand allesamt in neuer persönlicher Bestzeit ins Ziel bringen konnte.
Die beste Platzierung gelang ihm hierbei auf der Schmetterlingsstrecke in 0:25,08 und Rang 5 in der Juniorenwertung.Der gelernte Brustschwimmer Christoph startete für viele etwas überraschend nicht nur über die drei Brustdistanzen, sondern auch noch über 100 Meter Lagen, glänzte hier in toller neuer Bestzeit von 0:58,53 und Platz 6 in der Juniorenwertung. Die beste Platzierung in der offenen Klasse gelang ihm aber mit dem Einzug ins C-Finale und Platz 20 über 200 Meter Brust.

Der letzte Einzelstart der Ingolstädter ging auf das Konto des 17-jährigen Jonas Drieling, der sich jedoch, wie alle jüngeren Schwimmer auch, paradoxerweise den härteren Normzeiten der offenen Klasse stellen musste. Dennoch war dem Sprint-Ass dieses Kunststück über 50 Meter Rücken gelungen. Aufgrund „zugespitzter“ Vorläufe durfte er in Berlin tatsächlich im letzten Lauf an den Start gehen und sich mit der nationalen Elite „battlen“ – sicherlich eine ganz besondere Erfahrung.Die emotionalen Highlights für die Ingolstädter setzten aber zweifellos die Staffeln, hier insbesondere alle 3 Lagenstaffeln. So konnten hier doch gleich dreimal die bestehenden Vereinsrekorde gebrochen und teilweise regelrecht pulverisiert werden.

Und so verbesserten in der Mixed-Besetzung Jonas in 0:26,51 über 50 Meter Rücken, gefolgt von Leonie und 0:32,49 über 50 Meter Brust, „Reini“ in 0:24,70 über die Schmetterlingsdistanz, sowie der erst 14-Jährigen Emma Johanna Weiß auf der Kraulstrecke in 0:27,18 um sage und schreibe 2,5 Sekunden auf nunmehr 1:50,88, gleichbedeutend mit Platz 15 in Deutschland!

Gemeinsam mit der 13-jährigen Sara Krönert (0:30,82 über 50 Meter Rücken), sowie der 2 Jahre älteren Maria Kapfer (0:30,81) konnten auch Leonie und Emma ihre Leistungen wiederholen, und verbesserten die Bestzeit von den Bayerischen Meisterschaften um fast eine Sekunde, was für die Damen am Ende Platz 19 bedeutete.

Das Sahnestück lieferten schlussendlich aber die Herren, die dank herausragender Schwimmleistungen (Jonas: 0:26,58, Christoph: 0:28,98, Reini: 0:24,51 und Fabian Heinemann: 0:23,41) und nahezu perfekter Staffelwechsel den Vereinsrekord auf nun mehr 1:43,48 drücken konnten und zeitgleich mit Platz 12 im top-besetzten Teilnehmerfeld belohnt wurden.Auch in den Freistilstaffeln wurden hervorragende Leistungen geboten, in Abwesenheit der schulbedingt verhinderten Larissa Heinemann und des Altmeisters Fabian Rieß aber jeweils wiederholt hauchdünn die Vereinsrekorde verpasst wurden.

Dennoch zeigte sich insbesondere auch Trainer Sascha Kuhls über die Leistungen seiner Schützlinge begeistert, und freut sich bereits jetzt gemeinsam mit dem gesamten Team auf ein Wiedersehen in Berlin im Jahr 2019, denn wie bereits gesagt, ist Berlin (auch jenseits der SSE) immer eine Reise wert!